16 Jan

Welches Franchise-System wählen? Einige Gedanken dazu.

Wie finde ich ein zu mir passendes Franchise-System? Die 10-Punkte-Liste für meine Entscheidung.

In diesem Beitrag geht es um die Auswahl eines Franchise-Systems und mögliche Parameter für die eigene Entscheidung, mit oft jahrelangen Konsequenzen.

Wenn ich a) die Entscheidung getroffen habe, mich selbständig zu machen und b) mich der Weg in die Selbständigkeit über Franchising am meisten anspricht dann kommt c) die Entscheidung für ein Franchise-System.

Wie finde ich dieses? Woran könnte ich mich orientieren?

Wenn wir den Entscheidungsprozess grob analysieren,  werden folgende Punkte von Relevanz sein, so ich diese Entscheidung aus Sicht eines zukünftig aktiven Franchise-Nehmers und nicht als Investor in Franchising treffen möchte.

1.) Entscheidung für eine Branche, eine Richtung:

Ist mir essen & trinken wichtig? Spielt Sport eine besondere Bedeutung in meinem Leben? Hatte ich immer schon einen Hang zum Lernen und Organisieren, faszinieren mich Immobilien oder die Technik und das Handwerk? Habe ich gerne mit Frauen, Kinder, zu tun? Also hier geht es darum, die nächsten Jahre mit einem Thema zu verbringen, das mir liegt, das mich mehr als andere Themen anspricht und ich mich auch inhaltlich authentisch einbringen kann.

2.) Werte-Check:

Habe ich mich für eine Richtung entschieden, werde ich die unterschiedlichen Anbieter jeweiliger Branchen finden: Bei den Immobilien werde ich u.a. auf ReMax http://www.remax.at, Falc-Immobilien http://www.falcimmobilien.de, Dahler & Company http://dahlercompany.com, Town & Country http://www.franchisepartnerschaft.de, stoßen, geht es um essen und trinken, könnte die Systemgastronomie von McDonald´s http://www.mcdonalds.at , Nordsee  http://www.nordsee.com/franchise, Backwerk  http://www.back-werk.de über Burgerista http://www.burgerista.com, Subway http://www.subway.com , Cinnabon , Hallo Pizza http://www.hallopizza.de u.v.m in Frage kommen, beim Lernen werde ich mit LernQuadrat, Schülerhilfe zu tun haben, im Sport mit Mrs.Sporty http://www.mrssporty.com, der Trainingsinsel http://www.trainingsinsel.com etc. in der Technik mit Pirtek http://www.pirtek.de , Maric Airclean http://maric-reinigung.com/, Filtafry http://www.filtafry.de, im Handel bei Mobile Outfitters https://www.clear-coat.com oder Amazing Jewelry http://dk.amazing.jewelry , im Dienstleistungsbereich werde ich z.B. bei Mail Boxes Etc. (MBE) https://www.mbe.de/defündig.

Jetzt geht es innerhalb dieser Gruppen um den nächsten Schritt der Auswahl.

Dazu ist meiner Ansicht nach sehr wichtig, in die  Wertelandschaft dieser Marken und der sie repräsentierenden Menschen einzutauchen. Wofür stehen diese Firmen? Sind deren Werte mit meinen eigenen Werten kompatibel?

Gerade wenn es um so wichtige Entscheidungen wie das eigene Berufsumfeld geht, sollten die Werte des Unternehmens, für das ich mich entscheide,  auch zu mir passen, sonst muss ich mich innerlich ständig “verbiegen”, das führt auf Dauer zu Streß. Ist mir z.B. Nachhaltigkeit sehr wichtig in meinem Leben und ich entscheide mich aus Kostengründen für ein Unternehmen, dass jedoch Nachhaltigkeit  gar nicht am Radar hat, werde ich auf Dauer nicht glücklich werden!

3.) Verhalten des Franchise-Systems:

Basierend auf den eigenen Werten, wird sich ein Unternehmen und seine MitarbeiterInnen und Franchise-PartnerInnen dementsprechend Verhalten. Gefällt mir das? Im Sinne des Mystery Shopping kann  ich womöglich das System mal in seinem Verhalten mir gegenüber schon ganz gut wahrnehmen, auch auf Messen im persönlichen Gespräch mit den Angestellten – bis hin zur Website und dem Auftritt des Franchise-Systems in sozialen Medien können Rückschlüsse gezogen werden, ob mir dieses Verhalten des Unternehmens gefällt und ich mich damit identifizieren kann.

Das geht bis zur Information, ob das Franchise-System über einen Beirat von Franchise-Partnern verfügt oder nicht.

Wie wird der Kernwert des Franchise-Gedankens, das “miteinander” gelebt?

4.) Kostencheck:

Hier präsentieren sich Francihse-Systeme sehr unterschiedlich. Es gilt zu unterscheiden zwischen Einstiegsgebühren (für die aufgebaute Marke), Investionskosten (Einrichtung), laufenden Franchise-Gebühren (monatlicher Beitrag, meistens vom Umsatz) manchmal zusätzlichen Marketing- und Ausbildungsbeiträgen. Hier gilt es gut zu rechnen, sich Beispiele von Business-Plänen zeigen zu lassen und auch zu bedenken, dass die Anfangsphase, also die ersten Monate des Aufbaues des eigenen Geschäftes womöglich eine Durststrecke darstellen. Hier sind bekannte Marken durchaus im Vorteil, weil der Endkonsument bereits weiß, was ihn erwartet, so er den bekannten Markennamen im Straßenbild wahrnimmt.

Andererseits können junge Systeme durch niedrige Einstiegsgebühren punkten.  Letztendlich zählen alle Punkte dieser Liste…

5.) Sympathie der Marke:

Natürlich sind wir selbst auch Endkonsumenten und werden die Marke womöglich schon innerlich abgespeichert haben. Bin ich im Alltag ein McDonalds  oder Burgerista-Fan,  wird mir die Entscheidung sicher leichter fallen! Was strahlt die Marke für mich aus? Wie präsentiert sie sich? Was ist das Produktversprechen, der emotionale Zusatznutzen? Welches Image assoziiere ich mit der Marke?

6.) Bekanntheitsgrad der Marke:

Je bekannter umso einfacher könnte man sagen. Das lassen sich die Firmen natürlich auch bezahlen. Sie haben über Jahre hinweg in die Markenpolitik investiert um einen bestimmten Status der Bekanntheit zu erreichen.  Es ist zwar nicht jeder, der bekannt ist, sympathisch, aber das obliegt wieder meiner persönlichen Einschätzung, siehe Punkt 5.

Mir fällt auf, dass gerade in den letzten Jahren auch immer mehr  junge Firmen über Franchising rasch ihren Marktanteil ausbauen wollen. Hier kann der potentielle Franchise-Nehmer noch nicht auf den Bekanntheitsgrad oder das aufgebauter Image setzen. Aber: oft sind es die Jungen, die sehr gute Ideen haben und auch in der Kommunikation auf ganz andere Strategien setzen, die wiederum bei jungen Konsumenten sehr gut ankommen.  Also wären die Systemreife und der Bekanntheitsgrad nur ein Punkt auf meiner Entscheidungsliste.

6.) Lokale Verfügbarkeit:

Sehr fein, wenn ich ein für mich passendes und finanzierbares System gefunden habe! Dann stellt sich natürlich die Frage, ist das in meinem lokalen Umfeld realisierbar? Gibt es einen Gebietsschutz? Oder muss ich, um bei meinem Wunsch-System Partner zu werden, lange Anfahrtswege in Kauf nehmen? Was bedeutet das dann für mich und meine Familie?

7.) Ausbildung:

Manche Systeme verlangen von vornherein eine bestimmte Fach-Ausbildung, andere setzen bewusst auf Quereinsteiger. Und wie sieht es mit der Einschulung und Weiterbildung durch das Franchise-System aus? Hier gibt es beträchtliche Unterschiede!

8.) Betreuung durch die Franchise-Zentrale:

In welcher Form und wie oft werde ich durch die Zentrale – und womit – unterstützt? Sitzen dort Profis im Marketing, im Verkauf, in der Finanzierung, in der Innovation? Welche Zusagen bekomme ich für das laufende Geschäft von der Zentrale?

9.) Innovationskraft des Franchise-Systems:

Jedes Unternehmen muss sich ständig weiterentwickeln.  Sind die Produkte oder Dienstleistungen des gewünschten Franchise-Systems fit für die Zukunft? Was wird dort für die Weiterentwicklung unternommen? Wie werden die Franchise-Partner dabei eingebunden?

10.) IT und technische Ausstattung:

Ohne ausgezeichnete IT und technische Infrastruktur geht in Zukunft immer weniger. Und Jedes Franchise-System muss sich Gedanken zur Kommunikation und dem Austausch mit den eigenen Franchise-Partnern machen, ebenso über eine ausgezeichnete Website für die Endkunden verfügen und auch für alle kaufmännischen und buchhalterischen Abläufe gute IT-Lösungen anbieten.

Natürlich ist jeder Franchise-Partner ein eigenständiger Unternehmer und kann sich in vielen Punkten für eigene Lösungen entscheiden, doch für mich ist ja einer der großen Vorteile eines Franchise-Systems, dass ich als Jungunternehmerin nicht alles selbst entdecken und aussuchen muss.

Zusätzlich werde ich natürlich auch die Standesvertretung befragen, also z.B den Österreichischen Franchise Verband oder den Deutschen Francnhise-Verband kontaktieren und auch deren Meinungen zu den Systemen einholen. Und auch den Weg zur WKO oder IHK suchen, bzw. mit anderen Franchise-Nehmern sprechen um möglichst viel an Informationen zu sammeln.  Dazu gehören natürlich auch Rechtsanwälte und Steuerberater – denn diese Gespräche würde ich auch führen, wenn ich den klassischen Weg der Selbständigkeit beschreiten würde. Das ist die Eigenverantwortung jedes Unternehmers, Unternehmerin.

Die online-Recherche auf Branchen-Plattformen wie auf dem Franchise-Portal, Franchise.net, Franchisedirekt oder Für Gründer.de  würde ich natürlich genauso betreiben, wie das Lesen von Fachjournalen wie Franchise Erfolge oder Igenda.

Und wenn die 10-Punkte-Liste geklärt ist und die weiteren Info-Gespräche geführt wurden, kommt natürlich noch eine besonders wesentliche Frage: Was sagt meine Familie dazu?  Je besser alle Punkte  gemeinsam und in aller Klarheit besprochen sind umso sicherer kann ich meinem beruflichen Weg als erfolgreiche Franchise-Nehmerin entgegen sehen 🙂

Tipp: Kurzer Animationsfilm dazu :  https://www.youtube.com/watch?v=xgRSZTy5HUY

http://www.franchise.at

http://www.franchiseverband.com/

http://www.franchise-erfolge.de

http://www.franchiseportal.de/

http://www.fuer-gruender.de

http://www.franchise-net.de

https://www.igenda.de/igenda

 

05 Okt

Meine berufliche Zukunft: Bin ich ein Franchise-Typ?

Wer ist ein Franchise-Typ?

Dieser Blog wirft ein Blicklicht auf Eigenschaften und Überlegungen, um als Franchise-Partner erfolgreich zu sein.

Das Wording ändert sich. Vor zwei Jahren war vermehrt noch vom “Franchise-Nehmer” (und Franchise-Geber) die Rede, heute spricht man (und vor allem der Österreichische Franchise-Verband) vermehrt vom Franchise-Partner (und der Franchise-Zentrale). Finde ich in Ordnung, denn der eine nimmt nicht nur und der andere gibt nicht nur – vielmehr ist es ein laufender Austausch mehrerer Unternehmer/innen, die unter einem Markendach auftreten.

Zwischen eigenständigem/r Unternehmer!n und Teamplayer!nnen

Aber hallo! In diesem Absatz war schon eine klare Botschaft eingepackt: das Wort “Unternehmer!nnen”: denn als Franchise-Partner ist man selbständig! Mit allen Rechten und Pflichten eines/r Unternehmer!n. Und das ist bereits eine Seite des Spannungsbogens. Denn die andere Seite des Bogens heißt, eingebettet sein, in ein System, wo “miteinander” ein Kernwert ist. Nicht nur alleine anschaffen können, was Sache ist sondern definitiv Teamplayer sein. Das sind die beiden Pole, die man in sich vereinen können sollte, wenn in die Richtung Franchising gedacht wird.

Wertecheck! Pole: Freiheit – Sicherheit

Gleichzeitig sind die beiden Werte “Freiheit” und  “Sicherheit”, wie sie viele Menschen heute bei einem Berufswechsel suchen, ein großes Thema im Franchising. Denn zum einen habe ich natürlich die Freiheit, mir als Franchise-Partner meinen Standort und meine Finanzierung festzulegen, meine Mitarbeiter/innen auszusuchen, meine lokale Werbung zu platzieren und je nach System darüber hinaus Möglichkeiten, meinen unternehmerischen Alltag zu gestalten. Gleichzeitig erlebe ich durch die bereits definierten und zu lebenden Markenwerte und das aufgebaute System die “Sicherheit”, nicht jeden Fehler wiederholen zu müssen, den andere schon vor mir gemacht haben. Wenn allerdings “Freiheit” der höchste aller meiner Werte ist, dann wird mich Franchising vielleicht weniger glücklich machen.

Und dann gibt es natürlich verschiedene Studien, was macht Menschen generell im Job erfolgreich, bzw. welche Eigenschaften bringen erfolgreiche Franchise-Partner (also Franchise-Nehmer) mit?

Big five 

Da gibt es zum einen die “big five“, die in den erwähnten Studien immer wieder genannt werden. Diese Persönlichkeitseigenschaften umfassen  Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit.

Im Franchising werden davon vor allem zwei Eigenschaften als besonders relevant für den erfolgreichen Franchise-Typ gesehen: Extraversion (die nach außen gerichtete Haltung, der soziale Austausch, Aktivität) und die Gewissenhaftigkeit (sorgfältige Arbeit und Bereitschaft sich anzustrengen).

Dass genau jene Franchise-Partner am erfolgreichsten sind, die genau das leben, erstaunt nicht wirklich.

Weiters sind natürlich soziale Kompetenzen, wie die Selbststeuerung (Selbstkontrolle) und Offensivität (Konfliktbereitschaft, Entscheidungsfreude) sowie die Fach- und Methodenkompetenz, die Fähigkeit, neue Lösungen zu entwickeln und die Lernfähigkeit wichtige Faktoren für den Erfolg.

Welche Branche ist die Meine…

Wenn mir klar ist, ob ich mich mit diesen Basiswerten identifizieren kann und ich prinzipiell ein Franchise-Typ bin, könnte es schon schnell gehen: Welche Branche könnte meine sein…und schon wieder geht es um meine persönlichen Werte. Ist “Bewegung” einer meiner höchsten Werte, könnte es in Richtung einer der zahlreichen Fitness-Anbieter gehen (Links einfügen!!).

Wenn mein Thema primär  jedoch “Genuss” und “Essen”ist, dann ab ins Viertel der Systemgastronomen und in den Lebensmittelhandel.

Der Handel ist natürlich breit und bietet für alle, die gerne kaufen und verkaufen (haben Sie als Kind vor allem Kaufmann gespielt, dann denken sie ernsthaft darüber nach! Bei Interesse: Über Berufsorientierung habe ich mal eine Diplomarbeit geschrieben) Auf der Franchise Messe könnten Sie zB unter anderem TeeGeschwendner besuchen…

Die Techniker werden bei Systemen wie Pirtek, einem mobilen Hydraulikschlauservice fündig, die KFZ-Techniker vielleicht bei Lucky-Car oder Euromaster Reifenservice

Wenn mehr Interesse in Richtung Services, wie Printproduktionen, Grafik und Logistik vorhanden ist, bietet sich z.B. Mail Boxes Etc. (MBE) oder Sign a Rama (Werbemittelproduktion) an.

Oder ganz anders, Sie haben gerne mit Kindern zu tun? Wie wäre es dann, wenn Sie Bildungsmanager/in bei LernQuadrat oder der Schülerhilfe werden? Oder sich um Freizeitangebote für Kinder wie bei email hidden; JavaScript is required">Bricks 4 kidz oder Jumping Clay umsehen….

Sie sehen, der Markt ist breit. Wenn die Branche gefunden ist, dann würde ich mir die verschiedenen Marken in dieser Branche genauer ansehen. Wie verhalten sich die Menschen in diesen Systemen? Wollen Sie einer von diesen sein? Wie sprechen bestehende Franchise-Partner über die Zentrale? Was denken  Sie als Kunde über dieses System? Was ihre Familie, Freunde? Welche Ausbildungen werden geboten, wie hoch sind die Einstiegsgebühren, wie sieht es mit Investitionskosten und den monatlichen Franchisegebühren vom Umsatz (oft zwischen 7-10%) aus? Fallen extra Marketing- und Ausbildungskosten an?

Summary Franchise-Typ

Wenn klar ist, dass ich ein Franchise-Typ bin, welche Branche und welche Marke meinen Werten am ehesten entsprechen, dann könnte der nächste Schritt in Richtung Besuch der Österreichischen Franchise Messe gehen….

 

 

http://www.franchise-messe.at

http://www.cox-orange.at

http://www.franchise.at

 

26 Mrz

Aktuelle Entwicklung im Franchising

Franchising – aktuelle Entwicklungen

In diesem Blog geht es um die Veränderung im Franchising

Es ist interessant zu beobachten, was sich in den letzten Jahren im Wirtschaftssegment Franchising so tut. Überhaupt könnte man sagen, dass seit der Jahrtausendwende Franchising einen Turbo dazu geschalten hat. Wir reden von einem „Boom“, den auch die offizielle Studie des österreichischen Franchise-Verbandes bestätigt.

Auch interessant: die Geschichte des Franchisings. Entwicklung Franchising

Facts & figures im Franchising

Immerhin reden wir von jährlichen (!) ca. € 8 Mrd. Bruttowertschöpfung in Österreich, ca. 450 Systemen, an die 10.000 Standorte und ca. 60.000 MitarbeiterInnen, Tendenz steigend. Zumindest wollen, laut Befragung durch die WU Wien, über 70% der Franchisesysteme wachsen. Themen sind Qualitätssicherung, Franchisenehmer-Beiräte und ökologische Aspekte.

Neue Themen und “die Jungen”

Die Änderung ist jedoch auch in der Weiterentwicklung des Themas als solches spürbar: „social franchising“ oder „green franchising“ tauchen in Diskussionen auf. Bzw. haben auch viele junge Unternehmen erkannt, dass der Weg über Franchising hilft, rasch zu expandieren, um sich so ein Marktpotenzial zu sichern bzw. aufzubauen. Natürlich geht das schneller, wenn an 10 Standorten die gleiche Marke mit dem gleichen Angebot auftritt.

Und nein, dass müssen nicht nur Burger sein! Die Burgerketten allen voran Subway und McDonald´s mögen dem Franchising ursprünglich den drive gegeben haben – heute sind es jedoch z.B. die „Servicegärtner“, die sich zu einer Marke zusammen schließen um gemeinsam von der Arbeitsteilung (nicht jeder muss zB sein Marketing neu erfinden) zu profitieren.

Gegen Franchising

Dem Argument gegen Franchising, dass die Welt nicht noch mehr gleiche Produkte braucht und die Vielfalt dadurch verloren geht, mag zwar einiges abzugewinnen sein, gleichzeitig muss fairerweise gesagt werden, dass durch Franchising auch Produktqualität und Standards (zB bei den Lebensmitteln) zum Wohle der Konsumenten in den Regionen entstanden sind, die sich vielleicht nicht so in diesem Umfang entwickelt hätten.

Sicherer gründen?

Und auch, glaubt man den Studien, ist die Scheiterungsrate im Franchising im Vergleich zu einer „normalen“ Gründung viel niedriger, was natürlich den Unternehmern – und in weiterer Folge auch dem Land in dem die Unternehmer tätig sind – zu gute kommt.

Das wundert insofern nicht, als dass die Franchisesysteme mittlerweile viel Zeit investieren, bevor ein „Neuer“ aufgenommen wird. Zum Teil bieten sie eine monatelange Anstellung oder zumindest intensive Ausbildung vor dem Schritt in die Selbständigkeit als Franchisenehmer im eigenen System an, damit der Aspirant einerseits überhaupt sicher ist, mit dieser Marke die nächsten Jahre verbringen zu wollen und andererseits ihm auch schon das Rüstzeug für den Erfolg als Unternehmer mitgegeben wird.

Denn ein frühzeitiger Ausstieg wäre für alle Beteiligten höchst unangenehm. Neben den rechtlichen Themen (die meisten Verträge dauern 5 Jahre) ist es auch für die Marke eine Niederlage, wenn deren Erscheinen wieder aus dem Straßenbild verschwindet und Konsumenten womöglich beginnen, darüber zu diskutieren. Das tut dem Markenimage gar nicht gut – und die Marke ist schließlich ein wichtiges Kapital im Franchising.

Dienstleistungssektor wächst

Interessant ist auch, dass derzeit vor allem der Dienstleistungssektor im Franchising sichtbar in der Entwicklung anzieht. Neben den Servicegärtnern gibt es die Energiedetektive, Firmen, die 3-D-Druckerprodukte anbieten bis hin zu Bioresonanz, Sportstätten und Coaching. (Tipp: Besuch der Österreichischen Franchise-Messe von 4.-5.11.2016 in der Wiener Stadthalle, hier gehts zur Franchise Messe in Österreich).

Werte & sharen

Vielleicht entspricht der Wert des „Miteinanders“ auch dem Zeitgeist im Unternehmertum. Nicht jeder muss allein auf der grünen Wiese gründen und seine Erfahrungen (und Fehler!) machen, sondern es wird geshared. Heute wird ja von der Wohnung, den Autos bis zur Großmutter sharing großgeschrieben – warum also nicht auch eine Marke? Damit wäre Franchising meiner Meinung nach, erst so richtig in den Köpfen der Systembeteiligten angekommen: wir schaffen es miteinander, wir sind ein Team, wir haben einen gleichen Spirit, ähnliche Werte und vereinen uns zu einer Marke.

Änderung des Markenwertes?

Interessant finde ich, dass die Marke damit auch in dieser Diskussion einen anderen Stellenwert einnimmt: war es vorher primär der Bekanntheitsgrad der Marke, die Franchisewillige für sich eingenommen hat, bauen die jungen Systeme auch diese gemeinsam auf und teilen sich die Arbeitsagenden. Damit dieser Markenaufbau funktioniert ist es – wie generell im Marketing natürlich notwendig, dass eine klare Markenausrichtung und in Folge Markenbotschaft gibt, die der Konsument versteht. Doch die Chancen stehen auch für junge Marken im Franchising gut, den viele Studien aus der Kommunikationslandschaft bescheinigen den Trend, weg von Markenkonsumenten hin zu sehr mündigen Kunden, die genau prüfen, wofür eine Marke steht und im Zweifelsfall einfach wechseln, Loyalität war gestern, Glaubwürdigkeit und persönlicher benefit ist heute. Auch im Marketing stehen uns offenbar disruptive Zeiten (ja, ein Modewort… dafür, dass sich echt alles verändern wird 🙂 bevor.

Ich bin mir sicher, auch die Entwicklung im Franchising wird in den nächsten Jahren noch sehr spannend werden!

www.franchise-messe.at

www.cox-orange.at